Tag 15
19. Januar 2023 20 kmNach dem Tag Pause, den mein Körper auch definitiv gebraucht hat, ging es endlich wieder in die Berge und das gleich richtig. Von Saint Arnaud aus ging es erstmal 800 Höhenmeter nach oben. Auf dieser Strecke waren auch viele Tageswanderer unterwegs, die sich den schönen Lake Rotoiti von oben anschauen wollten. Erstaunlich war für mich zu sehen, wie effektiv mein Körper mittlerweile mit der Belastung des Wanderns umgehen konnte. Ich überholte viele der Touristen, die mit wesentlich weniger Gepäck unterwegs waren, und war dabei nie wirklich erschöpft. Ich will mich damit nicht selbst loben, viel mehr möchte ich herausheben, was der Körper für ein Wunderwerk ist. Wieder mal eine Lektion, dass wir oft viel mehr können als wir uns zutrauen und dafür auch ausgerüstet sind. Oben angekommen gönnte ich mir dennoch eine Pause. Wer könnte auch bei diesem Ausblick widerstehen. Dennoch war ich noch nicht ganz oben in den Bergen angelangt. So ging es, jetzt zum Glück weniger steil, am Kamm entlang über die Robert Ridge. Immer wieder gab es beeindruckende Ausblicke hinein in die engen Täler und auf die klaren Bergseen zwischen den sonst grauen Berglandschaften. So sieht wahrscheinlich Katalog oder Insta-Wandern aus. Am Ende des Tages kam ich am Lake Angelus mit der gleichnamigen Hütte vorbei. Um in dieser einen Platz zu bekommen, hätte man aber Wochen vorher buchen und auch extra bezahlen müssen. Ich entschied mich also lieber für einen Schlafplatz der mehr nach meinem Geschmack war. Diesen hatte ich an einem kleinen See direkt unter dem Sunset Saddle gefunden. Nach einem kurzen und sehr kalten Bad in meinem Privatsee konnte ich zum Glück in den warmen Schlafsack kriechen. Denn die Nacht sollte auf knapp 1800 Metern richtig kalt werden.
Tag 16
20. Januar 2023 13 kmMeine Motivation mich aus meinem warmen Zelt hinauszubegeben war eher klein. Die gefrorene Trinkflasche neben mir trug auch ihren Teil dazu bei. Irgendwann holten mich dann aber meine menschlichen Bedürfnisse ein und ich musste mich aufmachen, um meinen Körper in Schwung zu bringen. Ein kurzer Anstieg hinauf zum Sunset Saddle hat dafür definitiv ausgereicht. Dort traf ich auch Jef und Ingrid wieder, welche in meiner Nähe ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Mein nächstes Ziel war es wieder auf den Te Araroa zurückzukommen, denn der Weg über die Robert Ridge war gar nicht Teil des Trails. Dieser verlief gut 1200 Meter unter mir im Tal des Travers Rivers. Um dort hinzugelangen, ging ich die Sunset Saddle Route. Und jetzt ein gut gemeinter Tipp an alle die in Neuseeland wandern gehen wollen: Wann immer ihr Route hinter einem Wegnamen lest, seid bitte vorsichtig, hier kann wirklich alles auf euch warten. In diesem Fall hieß es, dass die Höhenmeter entweder auf riesigen Felsblöcken oder auf rutschigem Geröll bewältigt werden mussten. In dem Moment fand ich die Route unfassbar anstrengend und auch angsteinflößend, aber im Nachhinein auch wunderschön und eine großartige Erfahrung. Vor allem das meterweite Hinuntergleiten auf dem feinen Kies war lustig, wenn man denn ausblenden konnte, dass es bei einem falschen Tritt auch böse hätte enden können. Auf dem Weg traf ich noch ein paar nette Wochenendwanderer, mit denen ich meine Mittagspause in der Hopeless Hut verbrachte. Als kleinen Gruß gab ich ihnen noch eines meiner übriggebliebenen Raacherkerzln, die ich eigentlich für die heimatliche Weihnachtsstimmung in Australien mitgenommen hatte. Endlich wieder auf halbwegs begehbaren Wegen angekommen, kam ich schnell auf den Hauptweg. Kurz danach schlug ich auch mein Zelt auf einer kleinen Flussaue auf und war wieder unfassbar dankbar, um ein paar Erfahrungen reicher zu sein.
Tag 17
21. Januar 2023 14 kmDer Tag startete mit einem beeindruckenden Highlight. Mitten im Wald kam das Rauschen eines Wasserfalls immer näher, bis ich dann die Travers Falls direkt vor mir hatte. Diese sind zwar mit gerade einmal 15 m zwar nicht wahnsinnig hoch, aber durch die vereinzelten Lichtstrahlen, die durch die Bäume rundherum durchdringen, zeichnet sich dennoch ein wunderschönes Bild. Mein heutiges Tagesziel lag in einem anderen Tal, weshalb als nächstes wieder mal ein knackiger Anstieg bevorstand. Immerhin 800 Höhenmeter ging es hinauf auf den Travers Saddle, von dem man einen schönen Ausblick hatte und den ich mir direkt als perfekten Ort für die Mittagspause aussuchte. Gestärkt trat ich den Abstieg an, der oft anstrengender ist als der vorherige Aufstieg. So verhielt sich das ganze auch an diesem Tag, da es 1100 Höhenmeter wieder hinunter ging. Immerhin war der Weg für die hiesigen Verhältnisse recht gut ausgebaut. Auch wenn die Wochenendwanderer (von Thru-Hikern gerne liebevoll weekend warriors genannt) an denen ich vorbeilief, da lautstark eine andere Meinung äußerten. Ich hätte sicherlich genauso gedacht, wäre ich nicht von der letzten Etappe andere Wege gewohnt. Ich schlug mein Zelt direkt am Sabine River auf und verkroch mich aufgrund der vielen Insekten auch wenig später darin.
Tag 18
22. Januar 2023 15 kmNach einiger Zeit entlang des Sabine River tauchte ein See mit dem treffenden Namen Rotomairewhenua/Blue Lake vor mir auf. Dieser ist laut Wissenschaftlern der klarste Süßwassersee der Welt, auch wenn in dem ganzen Blau doch einige Algen zum Vorschein kamen, aber ich habe es einfach mal als wahr angenommen. Schön ist er allemal, nur leider darf man nicht darin baden, da er für die Ureinwohner dieser Region, den Ngāti Apa, heilig ist. Ein paar Höhenmeter nach oben später ein weiterer See, Rotopōhueroa / Lake Constance. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Bodensee, der ja im Englischen den gleichen Namen trägt. Ich finde die neuseeländische Version dann auch deutlich schöner. Danach folgt einer der berüchtigsten Abschnitte des Te Araroa, der Waiau Pass. In der Richtung wie ich ihn überschreite ist der Aufstieg zwar extrem steil mit 500 Höhenmetern auf 1, 2 km Strecke (ca. 42 %), aber durch die eingetretenen Stufen in der Graslandschaft gut machbar. Danach kann man sich erstmal eine kleine Stärkung gönnen und die geniale Aussicht auf die darunterliegenden Seen genießen. Der schwierige Teil besteht dann im sicheren Abstieg. Ich bin kein Freund vom Klettern und vor allem nicht mit einem entsprechend großen Wanderrucksack. Dieser Abstieg hat da auch seinen Teil zu beigetragen und ich bin mir sicher von außen hat es teilweise entweder lustig oder bemitleidenswert ausgesehen, wie ich den Berg hinunterkraxelte. Aber zum einen war kein Mensch mehr in der Nähe und zum anderen wäre es mir in dem Fall auch völlig egal gewesen, ich wollte einfach nur sicher dort wieder runter. Dies gelang mir, ein paar Stunden und Anfällen von Selbstzweifel später, auch. Heilfroh und erleichtert kam ich ca. 22 Uhr an einem geeigneten Zeltplatz an, wo ein Fremder nicht so erfreut war, dass so spät noch jemand Lärm macht, aber das war mir dann auch völlig egal.
Tag 19
23. Januar 2023 8 kmNach so einem aufregenden Tag ist es auch mal gut, wenn ein Unspektakulärer folgt. Ich ging entlang des Waiau Uwha River in einem breiten Tal, umgeben von hohen, schroffen Bergen. Das Aufregendste war eine entspannte Flussüberquerung und die neuen Mitwanderer, die ich in der Waiau Hut traf. Ich verweilte an der Übernachtungsmöglichkeit bereits seit Mittag allein, bis am Abend Niall und Luke dazukamen. Niall ist ein Engländer im besten Rentenalter, der schon lange in Neuseeland wohnt und den TA geht, um Spenden für eine Klinik in Tansania zu sammeln. Während er völlig durchstrukturiert den Weg geht ist sein Kumpane Luke das völlige Gegenteil. Er ist aus den Niederlanden, gerade mit der Schule fertig geworden und ohne wirklichen Plan unterwegs. Mit dieser netten Gesellschaft lässt sich ein schöner Abend in der neuseeländischen Wildnis verbringen.
Tag 20
24. Januar 2023 26 kmNachdem ich wieder Kraft getankt hatte, ging es wieder in etwas größeren Etappen voran. Die Landschaft blieb die gleiche wie am Tag zuvor, geprägt von einem breiten Tal, durch das ein ruhiger Fluss sich seinen Weg bahnt. Den Tag ließen wir wieder gemeinsam in der Anne Hut ausklingen. Dort profitierte ich auch von Lukes Planlosigkeit, denn er hatte deutlich zu viel Essen für diese Etappe mit dabei und ich etwas zu wenig. So kam ich in den Genuss von Instant-Nudeln, Thunfisch und einer Tafel Schokolade.
Tag 21
25. Januar 2023 17 kmEntlang des Anne River schlängelte sich der Trail bis hinauf zum Anne Saddle, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe, wenn auch nur auf knapp 1100 m. Danach folgte der Weg einem anderen Fluss ins nächste Tal – dem Boyle River. Mit kurzer Rast an einer alten Hütte (Rockeby Hut), die mich vor noch mehr Mückenstichen bewahrte, kam ich dennoch zügig voran. Ich erreichte mein Tagesziel, die Boyle Flat Hut, bereits am frühen Nachmittag und ließ den Tag bei guten Gesprächen mit Mitwanderern ausklingen, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.
Tag 22
26. Januar 2023 12 kmEin sehr unspektakulärer Trail führt mich durch den Wald zurück in eine Art von Zivilisation. Gemeint ist das Boyle Village – Ein paar Häuser und ein Outdoor-Bildungszentrum in dem vor allem junge Menschen lernen sollen, wie man am besten mit verschiedenen Herausforderungen in der Wildnis umgeht. Ein sehr interessantes Angebot war für mich aber ein anderes. Für TA-Wanderer bot das Zentrum die Möglichkeit einer Dusche, einer hei0ßen Tiefkühlpizza und einer kalten Cola. Zudem hatte ich, von Nelson aus, ein Paket mit Lebensmitteln an diesen Ort geschickt. Das war sehr praktisch, da ich ansonsten von hier in eine Stadt hätte fahren müssen, um wieder Verpflegung einzukaufen. Zudem hatten hier weitere Mitwanderer Essen zurückgelassen, was sie nicht mehr benötigten. Von diesem konnte man sich kostenlos bedienen. Der Ort ist für alle TA-Wanderer wie ein kleines Paradies. Eine weitere Geschichte hat dieser besondere Platz auch noch zu bieten., Als ich dort saß, kam ein Anruf zu der Mitarbeiterin und dort war Rachel am Telefon. Ich hatte sie am Tag 10 meiner Wanderung getroffen und sie musste ihre Reise leider wegen Rückenproblemen abbrechen. Da sie auch ein Paket hier gelagert hatte und dieses jetzt nicht mehr benötigte, rief sie an, um den Inhalt an die anderen Wanderer weiterzugeben. Dieser traurige Umstand ihrer Rückenschmerzen, brachte mir einige gute Mahlzeiten ein. Ich erinnere mich vor allem gerne an ein „Apple and Berry Crumble“ zurück, was man sonst für teures Geld im Outdoorladen kaufen muss. Also an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Rachel für diesen Genuss und ich hoffe du hast deinen Traum vom TA noch verwirklicht. Theoretisch hätte man auch in dem Outdoorzentrum in einem warmen Bett schlafen könne, ich schlief aber lieber auf dem kleinen naturbelassenen Zeltplatz nebenan.
Tag 23
27. Januar 2023 18 kmNach einem späten Start geht es entlang des Boyle River. Nach einem Kilometer auf der Straße bog der TA auf einen Track ab, der Nahe am Boyle River entlanglief. Das ganze Gebiet war aber recht sumpfig und von hohem Gras bewachsen. So waren meine Füße schon nach wenigen Schritten in einer Kruste von Schlamm und Grashalmen gehüllt, ich glaube es gibt bessere Gefühle, aber genau diese Hoffnung auf Wildniserfahrungen hatten mich ja auch ans andere Ende der Welt gebracht. Nach gut 10 km wechselte ich in das Tal des Hope River und folgte diesem, nun in größeren Sicherheitsabstand, den Rest des Tages flussaufwärts. Am Abend fand ich eine ruhige Aue und errichtete dort mein Nachtlager.
Tag 24
28. Januar 2023 34 kmDie am Abend noch ruhig wirkende Zeltplatz hatte auch seine Nachteile, denn ein paar Kühe waren doch sehr interessiert, was diese grüne Pyramide auf ihrem Weideland sucht. Der Start in den Tag wurde für mich damit etwas beschleunigt, da ich etwas Angst um meine Vorräte hatte. Weiter im Tal des Hope River und später des Kiwi River verlief der Weg sanft durch Wald und Wiesen. In der Ferne hatte ich bereits die nächste Hütte, die Hope Kiwi Lodge, gesichtet. Überraschend war nur, dass zur Mittagszeit bei nicht allzu schlechtem Wetter, so viele Menschen dort verweilten. Ich traf Jef und Ingrid aus Antwerpen wieder und traf die ersten Jäger in Neuseeland. Diese nutzen auch gerne die Backcounty Hütten für ihre Unternehmungen. Ich gesellte mich zum Mittag zu ihnen und so entstanden wieder aufschlussreiche Gespräche über die Flora und Fauna in diesem teils sonderbaren Land. Der Trail am Nachmittag verlief erst durch einen verwunschenen Wald direkt am Lake Sumner vorbei. Später schlängelte sich der Weg flussaufwärts an den Hängen des Hurunui River entlang. Am Abend legte ich nochmal Rast an einer Besonderheit der Region: eine heiße Quelle. Diese kommen hier vermehrt vor und es gibt auch ganze Kurorte, die daraus entstanden. Die Quelle war eine willkommene Abwechslung und ein Segen für meine beanspruchten Muskeln. Bevor ich allerdings dort hineinsteigen konnte, musste ich noch auf Jef und Ingrid warten, die dort vor mir angelangt waren, obwohl sie später von der Mittagspause gestartet waren. Der Weg durch das Flussbett des Hurunui schien schneller gewesen zu sein als der offiziell markierte Weg am Hang. Nachdem die Zwei nackt den Hang hinunterrannten und mich damit auch vor den unzähligen stechenden Sandfliegen warnten, konnte ich mein heißes Bad doch noch genießen. Die schiere Menge von diesen Insekten verursachte dann aber, dass ich mir schnell einen Zeltplatz suchte und so zügig wie möglich mein Nachtlager aufbaute. Zum Glück habe ich ein Innenzelt, was die Insekten abhält, mir aber den Blick zu einem atemberaubenden Sonnenuntergang gewährt.
Tag 25
29. Januar 2023 18 kmNach einem entspannten Aufstieg Richtung Harper Pass, immer noch entlang des Hurunui River, ging es auf der anderen Seite weniger gemütlich wieder nach unten. Im letzten Jahr haben hier enorme Regenfälle große Erdrutsche an den Ufern des Taramakau River ausgelöst. Heute bekam ich bereits einen Vorgeschmack von den riesigen Geröllfeldern, die noch folgen sollten. Es ist dennoch sehr beeindruckend welche Macht die Natur haben kann, vor allem wenn sie wie hier unbeeinflusst durch den Menschen wirken kann. Nach ein paar sehr langsamen Kilometern kam ich auch schon an der Locke Stream Hut an. Diese war bereits voller Menschen und ich errichtete mein Zelt direkt neben der Hütte. Immerhin kannte ich mittlerweile schon viele meiner Mitwanderer und die Abende auf den Hütten wurden geselliger.
Tag 26
30. Januar 2023 24 kmWie bereits angekündigt war da Flussbett des Taramakau an vielen Stellen ausgewaschen, was das Vorankommen erschwerte. Aber mittlerweile hatte ich mich auch schon mental auf jegliche Art von unerwarteten Hindernissen und Unannehmlichkeiten eingestellt, so dass mich das auch nicht weiter störte. Meine Mittagspause verbrachte ich alleine in der Kiwi Hut, mit der kleinen Hoffnung dort auch auf den gleichnamigen Vogel zu treffen. Allerdings konnte ich leider nur eine Weka sichten, diese kenne ich ja schon von meinem ersten Tag auf dem Te Araroa. Weiter geht es auf dem Kies den Taramakau flussabwärts. Das Ausmaß der Auswaschungen durch den Fluss wurde nochmal besonders deutlich an dem Punkt als der Weg in das Tal des Zuflusses Otira River abbog. Dort erstreckte sich das Flussbett auf ca. 600 m Breite. Am Ende des Tages musste ich noch einige Enttäuschungen einstecken, denn eigentlich wollte ich nach Arthurs Pass trampen und dort meine Nacht verbringen, allerdings kam fast kein Auto diese Straße entlang und wenn, dann wollten die Fahrer mich nicht mitnehmen. Etwas geknickt schlug ich mein Lager am Ufer des Deception River auf, dessen Bezwingung die morgige Tageschallenge war.
Tag 27
31. Januar 2023 13 kmNach einer stürmischen und damit auch unruhigen Nacht begann ich die Challenge bis zum Goat Pass zu kommen. Die Strecke ist berüchtigt unter Te Araroa Wanderern und auch beliebt bei Trailrunnern. Die Route ist auch Teil des Outdoorevents “Coast to Coast”, in dem sich Verrückte aus aller Welt in verschiedenen Kategorien messen. Neben dem Hauptevent (mit einer Kombination aus Laufen, Fahrradfahren und Kajak eine Strecke von 243 km zurückzulegen) kann auch nur das Mountain Race gelaufen werden. Für die Strecke brauche ich zwei Tage und die Schnellsten des Rennens 3:30 h, mehr als beeindruckend finde ich. Nach einem seichten Anstieg wird es langsam immer steiler. Zur Mittagszeit entdecke ich auch ein Whio Pärchen. Ein gefährdeter Vogel, der nur in Neuseeland vorkommt und vor ein paar Tagen hier wieder ausgewildert wurde. Es ging weiter durch den Fluss, welchen man mittlerweile mit Kettenreaktionen in der Strömung bezwingen musste, da es keinen anderen Weg gab. Mit dem Gepäck auf dem Rücken kam ich des Öfteren an meine körperlichen Grenzen und war sehr froh die Goat Hut zu erreichen. Dort war zur Abwechslung auch noch ein Bett frei, wo ich es mir bequem machen konnte. Während des Tages ist auch scheinbar mein Handy ausgefallen, später stellte sich heraus, dass nur die Helligkeit so dunkel eingestellt war, dass ich einfach nichts mehr erkennen konnte und es nicht wirklich kaputt war. Allerdings existieren deshalb keine Bilder der beiden darauffolgenden Tage.
Tag 28
01. Februar 2023 15 kmAuf einem schönen Weg, der teilweise über Holzstege verlief, ging es hinauf zum Goat Pass. Auf der anderen Seite ging es wie gewohnt im Flussbett des Mingha River wieder ins Tal. Ich wollte nur einmal wieder in der Zivilisation ankommen und versuchte möglichst schnell den Abschnitt zu absolvieren. Die letzten 5 Kilometer musste ich dann neben der Straße laufen, da ich auch hier kein Glück beim Trampen hatte. Immerhin wartete am Ende der Ort Arthurs Pass mit einem kleinen Zeltplatz, so man duschen konnte und ein Restaurant, in dem ich mir einen Burger genehmigte. Außerdem konnte ich hier meine dritte und damit letzte Essenslieferung abholen. Obwohl mir einiges davon schon zum Hals heraushing, war es immer noch besser als die doppelten Preise hier im Kiosk zu bezahlen.
Tag 29 & 30
02.-03. Februar 2023 0 kmDie Nacht war sehr stürmisch und regnerisch. Die nächsten Tage sollte zudem ein richtiges Unwetter durch die neuseeländischen Alpen ziehen. Meine Mitwanderer Oz, Arwin und ich entschieden uns deshalb kurzerhand den Kleinbus bis nach Christchurch zu nehmen, um dort das Wetter auszusitzen und uns etwas auszuruhen. Zudem konnte Equipment ausgetauscht werden, was dringend nötig war. Meine Shirts, die mehr Loch als Stoff waren und meine Schuhe, die keine Dämpfung mehr boten, wurden gegen neue ausgetauscht.
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